Blog: Die Zukunft des terrestrischen Laserscannings

3 Fragen an den Topcon-Experten Wolfgang Bücken, Business Development & Key Account Manager DACH bei Topcon

3 Fragen an den Topcon-Experten Wolfgang Bücken, Business Development & Key Account Manager DACH bei Topcon

Schneller, leichter, genauer. Kann es mit der technischen Entwicklung terrestrischer 3D-Laserscanner (TLS) denn immer so weiter gehen?

Die Grenzen einer technologischen Entwicklung sind im Prinzip erst dann erreicht, wenn die physikalischen Grenzen erreicht sind. Ein Beispiel: In den 1980er Jahren hatten wir auch schon das Gefühl, über unseren Röhrenbildschirm gut fernzusehen. Dann kam HD, Full HD und 4K ... und das Spiel geht weiter. Tatsächlich erkennen wir doch erst im Rückblick, wie unscharf das Fernsehen vor rund fünfzig Jahren war – weil wir heute den Vergleich haben.

Darum: ja, ebenso wie in anderen technologiegetriebenen Bereichen werden meiner Meinung nach die terrestrischen 3D-Laserscanner in Zukunft noch schneller, noch genauer und auch noch leichter werden.

Braucht der Anwender denn noch mehr Schnelligkeit, Leichtigkeit und Genauigkeit beim TLS?

Je schneller ich mit meiner Ausrüstung bin, desto schneller sitze ich wieder im Büro und kann mit den Daten, die ich gesammelt habe, konkret planen.

Qualitativ sind wir heute beinahe schon beim Fotorealismus angelangt. Noch mehr Punkte bedeuten letztendlich auch mehr Daten. Parallel dazu steigt die Notwendigkeit noch schnellerer Infrastruktur und noch größerer Cloudlösungen. Doch da steckt oft schon das Problem: es gibt immer noch Baustellen ohne funktionierende Internetverbindung.

Ähnlich verhält es sich bei der Leichtigkeit der Systeme. Klar freut sich der Anwender über jedes Gramm, das er nicht tragen muss. Andererseits muss aber auch die Standfestigkeit gewährleistet sein, sodass der Scanner nicht durch den kleinsten Windhauch davongetragen wird.

Vielmehr als die Frage nach Schnelligkeit, Genauigkeit und Leichtigkeit der 3D-Laserscanner steht für mich darum die Frage des gesamten Workflows im Raum. Rund um diese Frage drehen sich die Lösungsansätze von Topcon: Daten, die schnell und in einer hohen Präzision erfasst wurden, in einem automatisierten Prozess weiterzuverarbeiten und intelligent und unabhängig von der genutzten Hard- und Software-Marke zur Verfügung zu stellen.

Wie wird die Zukunft des TLS aussehen?

Meiner Meinung nach liegt die Zukunft nicht in der TLS alleine, sondern in der Kombination mehrerer Technologien.

Ein Beispiel: ein Industriebetrieb will den Bestand seiner Produktionshalle erfassen und anschließend im Bestand weiter planen. Eine Lösung kann in der Kombination von TLS und Photogrammetrie liegen. Mit dem TLS wird die grobe Struktur der Halle erfasst. Anschließend werden mit der Digitalkamera all die Schaltschränke, Pumpanlagen und Armaturen im Raum aufgenommen, die mit der TLS nur schwer oder gar nicht erfassbar wären. Die vielen Einzelfotos werden dann einfach in die Software übertragen, dort verarbeitet und mit den Daten aus dem TLS verknüpft.

Ich bin davon überzeugt, dass sich in Zukunft diese miteinander verknüpften Gesamtlösungen gegenüber isolierten Einzellösungen durchsetzen werden. Das Zusammenspiel zwischen den Medien, die aufnehmen, denen die weiterverarbeiten und denen die präsentieren, wird den Ausschlag geben.

Allerdings beobachten wir, dass viele Anwender nicht so richtig den Mut haben, neue Wege zu gehen und auch der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung nicht mehr folgen können oder auch nicht wollen. Sie gefährden damit allerdings ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Für mich ist darum die Zukunft zunächst einmal das JETZT. Wir haben HEUTE das Wissen und HEUTE schon die Technologie, die unsere Anwender in die Zukunft führen. Zunächst müssen wir all jene mitnehmen, die sich dem technologischen Stand von heute noch nicht geöffnet haben und sie danach über die nächsten technologischen Entwicklungsschritte zu begleiten. Das sehe ich als die Kernaufgabe von Topcon.

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