Falcon 8 UAV – Grundlagenschulung: Umgang mit elektromagnetischen Störungen

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Was sind elektromagnetische Störungen?

Elektromagnetische Störungen sind externe Störeinflüsse auf die Funkfrequenz. Diese können zu Fehlern oder sogar zu komplettem Datenverlust führen. Elektromagnetische Störungen haben viele Ursachen, zum Beispiel Mobilfunkmasten, Stromleitungen und Gewitter.

Das Falcon 8 benötigt Funkfrequenzen für GPS, für die Kommunikation mit der MGS und für den Videolink. Das Fliegen in der Nähe von starken Störquellen kann zu einem Verlust der Verbindung oder unerwartetem Flugverhalten führen.

Elektromagnetische Störungen:

Das Fliegen des Falcon 8 in der Nähe von Stromleitungen, Mobilfunkmasten, Transformatoren oder ganz allgemein in Bereichen mit hohen elektromagnetischen Interferenzen kann die GPS-Stabilität und/oder den Magnetfeldsensor stark beeinträchtigen. 

Das Verhalten des Falcon 8 bei Störeinflüssen lässt sich nicht vorhersagen, da mehrere Aspekte eine Rolle spielen:

  •  Frequenz
  •  Modulation
  •  Polarität
  •  Richtwirkung
  •  ... und viele mehr

Das Falcon 8 ist so konzipiert, dass es in den meisten Fällen mit derartigen Störungen umgehen kann, aber die Funktion lässt sich nicht in allen Situationen garantieren. Daher muss der Pilot im Fliegen im Höhenmodus geschult und jederzeit bereit sein, in diesen Modus zu schalten, wenn Flüge in derartigen Umgebungen stattfinden. 

Das Fliegen in der der Nähe von Quellen mit einer Ausgangsleistung von mehr als 100 W kann die Elektronik beeinträchtigen. Ist ein Flug in der Nähe solcher Sender erforderlich, sollten diese nach Möglichkeit abgeschaltet werden. 

Stromleitungen/Mobilfunkmasten:

Im Normalfall führen Flüge in der Nähe von Stromleitungen oder kleineren Mobilfunkmasten nicht zu Störungen beim Falcon 8, aber die Realität ist von vielen Faktoren abhängig. Daher muss der Pilot stets bereit sein, in den Höhenmodus zu schalten. 

Beim Fliegen in der Nähe größerer Sendemasten sind gewisse Störungen zu erwarten, zum Beispiel Verbindungsunterbrechungen oder GPS-Störungen. 

Sie sollten sich dem Sender vorsichtig und aus sicherer Distanz nähern. Wenn die Richtwirkung bekannt ist und das Projekt es zulässt, sollten Sie ein Fliegen im direkten Funkkegel vermeiden. 

Der Pilot muss besonders aufmerksam sein, auf ungewöhnliches Verhalten achten und jederzeit bereit sein, in den Höhenmodus zu wechseln.

Verhalten (beim Fliegen im GPS-Modus):

UAV beginnt, zu driften

  • Wechseln Sie in den Höhenmodus und steuern Sie das UAV in diesem Modus.

UAV reagiert scheinbar nicht auf Steuerbefehle des Piloten (Datenlink scheint in Ordnung zu sein)

  • Wechseln Sie in den Höhenmodus und steuern Sie das UAV in diesem Modus.  

UAV fliegt beim Vertikalstart schnell von der aktuellen Position weg

  • Wechseln Sie in den Höhenmodus und setzen Sie den Start fort.
  • Gehen Sie schnell auf sichere Distanz zum Boden und anderen Hindernissen.
  • Steuern Sie das UAV im Höhenmodus.

Verhalten (beim Fliegen im GPS- oder Höhenmodus)

UAV zeigt starke Höhenwechsel, die nicht von der MGS ausgehen.

  • Wechseln Sie in den manuellen Modus und landen Sie das UAV kontrolliert.
  • Bitten Sie den Support um Hilfe bei der Suche nach der Ursache. 

Datenlink zwischen UAV und MGS reißt ab.

  • Prüfen Sie die Antennenausrichtung.
  • Verkürzen Sie nach Möglichkeit den Abstand zum UAV, indem Sie in dessen Richtung gehen. Die bei der Startvorbereitung festgelegte Prozedur im Falle eines Verbindungsabrisses beginnt automatisch.
  • Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, können Sie erneut die Kontrolle übernehmen. 

Gleichzeitiger Verlust von GPS-Empfang und Datenlink zwischen UAV und MGS

  • Prüfen Sie die Antennenausrichtung.
  • Verkürzen Sie nach Möglichkeit den Abstand zum UAV, indem Sie in dessen Richtung gehen.
  • Da bei Beginn der Prozedur für den Signalabriss kein GPS-Signal vorhanden ist, kann die Startposition nicht angesteuert werden; die Landung wird direkt eingeleitet.