Partner-Interview mit RIB zu digitalen Bauprozessen

Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen

Die Bauindustrie tut sich schwer, wenn es um die Digitalisierung von Maschinen und Prozessen geht. Warum eigentlich? Zahlreiche Faktoren legen die Digitalisierung nicht nur nahe, sondern machen sie notwendig. In erster Linie geht es darum, den Innovationsstau, der die Baubranche noch immer fest im Griff hat, aufzulösen. Um langfristig konkurrenzfähig zu sein, brauchen wir Prozesse und Lösungen, die Baukosten reduzieren, und mit denen wir Projekte durchgängig und effizienter gestalten.

Das globale Bevölkerungswachstum ist eine weitere Triebfeder für den Bau und die Instandhaltung von Gebäuden und Bauwerken sowie einer leistungsfähigen Infrastruktur. Topcon-Technologien, Prozesse und Produkte bieten neue Perspektiven, wenn es um die Beantwortung der relevanten Zukunftsfragen in der Baubranche geht. Um mehr über die technologischen Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren der Digitalisierung zu erfahren, haben wir Raimo Vollstädt und Andreas Dieterle in einem Partner-Interview befragt. Raimo Vollstädt ist für das OEM Business bei der Topcon Deutschland Positioning GmbH verantwortlich. Andreas Dieterle ist bei der RIB Software SE als Productmanager Sales für den Bereich Straßen- und Tiefbau zuständig.

Warum brauchen wir für digitale Prozesse und Technologien eine gute Datenstruktur?

Warum brauchen wir für digitale Prozesse und Technologien eine gute Datenstruktur?

Raimo Vollstädt:

Die Datenstruktur spielt eine wichtige Rolle, um die Verfügbarkeit
und Planung von Baumaterial sowie den Einsatz von zeitlichen und personellen Ressourcen sicherzustellen. Offene Schnittstellen sind hierfür unabdingbar. Wollen wir die Bereiche Planung und Bauausführung besser koordinieren, braucht es intelligente Verbindungen. Die haben wir in einer langjährigen Kommunikation zwischen Topcon und RIB auf- und ausgebaut. Das Ergebnis ist die Verknüpfung der Softwarelösungen Sitelink 3D von Topcon und iTWO civil von RIB.

Wie sind Topcon Sitelink 3D und RIB iTWO civil miteinander vernetzt?

Andreas Dieterle:

Früher wurden die Daten manuell auf die Baumaschinen übertragen. Das führte immer wieder zu Qualitätsverlusten. Die aktive Einbindung der Maschinensteuerung in das digitale Planungssystem von RIB war ein großer Schritt. Topcon Sitelink bietet die Voraussetzung, dass wir überhaupt mit Baumaschinen kommunizieren können. Nur so wissen wir, welche Daten sich auf der Maschine befinden und ob diese aktuell sind. Von der Baumaschine wiederum fließen Daten zurück, aus denen wir erkennen können, wie die Arbeitstaktung ist, ob wir im Zeitplan liegen oder die Arbeitsprozesse eventuell früher abgeschlossen sein werden.
Die Kombination von Topcon Sitelink 3D und RIB iTWO civil war ein logischer Zusammenschluss, um eine Komplettlösung für den gesamten Bauprozess anbieten zu können.

Wie wirken sich digitale Technologien auf Bauprozesse aus?

Raimo Vollstädt:

Der Straßenbau ist ein anschauliches Beispiel. Hier gibt es einen Asphaltfertiger, der sich in einer bestimmten Geschwindigkeit bewegt. Am Rande der zukünftigen Straße steht eine Kolonne von LKWs, die den Fertiger mit frischem Asphalt versorgt. Bewegt sich der Fertiger in dieser Geschwindigkeit weiter, kann man sehr präzise berechnen, wann ihm das Material ausgehen wird. Mit der digitalen Steuerung der Bauprozesse wird ein unterbrechungsfreier hochqualitativer Straßenbau gewährleistet. Weitet man diese Vorgehensweise auf größere oder auch unterschiedliche Baustellen aus, wird deutlich, welche Rolle digitale Technologien alleine für die Baustellenlogistik spielen.

Kann man Bauprozesse mit dem Smartphone steuern?

Kann man Bauprozesse mit dem Smartphone steuern?

Andreas Dieterle:

Das Ziel der digitalen Baustelle ist, den Gesamtprozess datenmäßig zu erfassen. So können wir unabhängig vom jeweiligen Endgerät auf genau die Daten zugreifen, die für Bauausführer, Kalkulatoren oder Einkäufer relevant sind. Der Zugriff auf diese Daten kann unabhängig vom Standort und weltweit erfolgen. Betreut ein Bauunternehmer unterschiedliche Projekte gleichzeitig, sollte er sich jederzeit über den Baufortschritt informieren können.

Wie kann man die Vorteile digitaler Prozesse seinen Kunden näher bringen?

Andreas Dieterle:

Neugier und Offenheit sind sehr hilfreich. Zu den wirtschaftlichen Vorteilen digitaler Bauprozesse erhalten wir immer mehr Daten, die sehr überzeugend sind. Am Ende müssen sich die eingesetzten Technologien jedoch auf der Baustelle beweisen. Durch die Kooperation zwischen RIB und Topcon, die Kombination von Wissen, Spezialisierung und Erfahrung, können wir heute verlässliche Technologien und Lösungen anbieten. Unsere Kunden beraten wir im Sinne einer gemeinsamen Entwicklung und Partnerschaft.

Video-Auszüge aus dem kompletten Partner-Video können Sie auf unserem Vimeo-Kanal unter https://vimeo.com/channels/topconde einsehen.

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