Feuer als Lösung

Erhaltung der kulturellen Landschaft in Deutschland

Im Herzen Deutschlands, in der Harzregion, entwickelt sich ein heimtückischer kleiner Käfer zu einer großen Bedrohung. Inmitten der beruhigenden grünen Hügellandschaft des Innerstetals treffen wir die Helden von @fire, die hier sind, um die Lage zu retten.

@fire bietet internationale Katastrophenhilfe bei Erdbeben und Großflächenbränden. „Wir sind eine gemeinnützige Organisation, die 2001 gegründet wurde, als andere europäische Länder mit gravierenden Problemen durch Waldbrände zu kämpfen hatten. Hiervon waren Länder von Portugal bis Griechenland betroffen. Feuerwehren in Deutschland konnten keine Hilfe leisten, da ein Bundesstaat nicht für Hilfseinsätze im Ausland ausgerüstet ist. @fire schließt diese Lücke“, so Hugo Tripp, Feuerwehrmann und Vorstandsmitglied bei @fire.

„Unsere Mitglieder sind alle Freiwillige“, erklärt er. „Hauptsächlich Feuerwehrleute, aber auch Forstexperten sind darunter. Unser Ziel ist es, bei Waldbrandnotfällen in aller Welt Hilfe zu leisten – nicht nur bei der Bekämpfung des Feuers, sondern auch bei der Suche nach und der Rettung von Opfern sowie bei der medizinischen Versorgung.“

Aber nun zu einer anderen Frage. Warum befinden wir uns hier im Harz? Hugo Tripp: „Wir sind hier, um die kulturelle Landschaft des Innerstetals, zwischen Clausthal und Wildemann, zu retten.“

„Wir machen von unseren Methoden zur Brandbekämpfung Gebrauch, um die Ebenen auf kontrollierte Art und Weise niederzubrennen.“

Hugo Tripp, @fire

Ein äußerst effektives Mittel

„Leider wurde das hiesige Heideland stark durch einen bestimmten Käfer zerstört. Ein Eingreifen ist unbedingt erforderlich. Sowohl das verwelkte Heidekraut als auch das Gras, das hier wächst, müssen entfernt werden. So kann sich das noch intakte Heidekraut ausbreiten, die Samen in der Erde können wieder hervortreten, und das Heideland kann erhalten werden.“

Feuer kann ein Problem sein – kann jedoch auch eine Lösung sein. An dieser Stelle kommen die Flammen ins Spiel.

„Feuer ist ein äußerst effektives Mittel, um tote Pflanzen und Gras loszuwerden“, so Tripp. „Außerdem können andere Mittel hier kaum zum Einsatz kommen. Es ist nicht möglich, Maschinen auf Hügeln einzusetzen, die so steil sind wie die hiesigen. Die Arbeit mit Tieren, beispielsweise Schafen, ist auch keine Option, da die Erde mit Schwermetallen belastet ist. Es wäre nicht gut für die Tiere und man könnte ihr Fleisch auch nicht mehr verkaufen. Wir machen von unseren Methoden zur Brandbekämpfung Gebrauch, um die Ebenen auf kontrollierte Art und Weise niederzubrennen.“

„Die Infrarotkamera der Drohne ermöglicht es uns, die verbleibenden Hotspots nach dem Feuer spielend leicht zu identifizieren.“

Hugo Tripp, @fire

Löschen von Hotspots

Nachdem das Heideland in Brand gesteckt wurde, kommt die moderne Technologie ins Spiel.

„Wir arbeiten mit einem GNSS-Empfänger und einem Tablet, um die Ebenen, die wir verbrannt haben, zu vermessen und zu dokumentieren“, erklärt Tripp. „So können wir die Ebenen später genau lokalisieren, wenn wir zurückkommen, um uns anzusehen, inwieweit das Heidekraut sich erholt hat. Bei derart steilen Hügeln ist es äußerst wichtig, präzise Höhendaten zu erhalten. Dank dieser Technologie können wir uns dessen sicher sein.“

Und das ist noch nicht alles. Während das Heidekraut schwelt, werden die Feuerwehrleute von @fire vom Falcon 8 unterstützt, einem unbemannten Luftfahrzeugsystem (Unmanned Aerial System, UAS), das häufig in Hügeln und Bergen zum Einsatz kommt. „Der Falcon 8 hilft uns dabei, intelligenter zu arbeiten. Er ist mit einer Infrarotkamera ausgestattet, die es uns ermöglicht, die verbleibenden Hotspots nach dem Feuer spielend leicht zu identifizieren, damit wir dafür sorgen können, auch diese zu löschen.“

„Wir arbeiten mit einer begrenzten Menge an Wasser, die wir selbst die Hügel hinauftragen müssen. Wenn wir uns dieser Hotspots gezielt annehmen können, spart uns das eine Menge Arbeit“, fasst Hugo Tripp zusammen.

Gemeinsam mit den anderen Freiwilligen von @fire hat Tripp dafür gesorgt, dass das wunderschöne Heideland in der Harzregion auch der nächsten Generation erhalten bleibt. Und die kleinen Übeltäter? Wir wollen hoffen, dass sie sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht haben.

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