Ein Einstieg in Precision Farming

Als der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Strang, beheimatet in Exeter, Provinz Ontario in Kanada, den Schritt zur streifenweisen Bodenbearbeitung Strip-Till und RTK Spurführung ging, war es analog wie im Sprichwort von Huhn und Ei, was war zuerst da? In diesem Fall war es die streifenweise Bodenbearbeitung und diese forderte zukünftig eine exaktere Positionsbestimmung während der Aussaat.

„Eigentlich hat alles vor 4 Jahren angefangen, als wir ein 16 reihiges Strip-Till Gerät angeschafft haben, das nicht mehr über die herkömmlichen Spuranreißer verfügt“ erinnert sich Mike Strang, der ca. 600ha mit Mais, Soja, Bohnen und Weizen zusammen mit seinem Vater Keith und seinem Bruder Jeff bewirtschaftet.

Dies war dann auch der Einstieg zu Precision Farming. Aktuell arbeitet der Betrieb Strang mit drei automatischen Lenksystemen von Topcon mit Touchscreen-Farbbildschirmen und Empfängern. Die Receiver unterstützen WAAS und EGNOS Signale und sind leicht aufrüstbar bis zu RTK Korrekturen unter Einbindung von mobilen, festen Basisstationen oder Mobilfunk-GSM-Empfang. Mike sagt, er entschied sich für die RTK Korrektur, das abonnementbasierte TopNETlive von Topcon zu verwenden. TopNET live ist ein Echt-Zeit-Netzwerk-Service für RTK Referenzdaten, welcher in sehr guter Qualität und Abdeckung für Nordamerika Daten zur Verfügung stellt.

„RTK Spurführung ist die Schlüsselkomponente bei unseren Precision Farming Anwendungen“

Jeff Strang


„RTK Spurführung ist die Schlüsselkomponente bei unseren Precision Farming Anwendungen“, erklärt Jeff. „Ohne RTK würden wir die Genauigkeit nicht erreichen, um unsere Anwendungen auf ein neues Level zu bringen“

Für den Betrieb Strang bedeutet dieses neue Level, die Saat von Mais und Sojabohnen in Doppelreihen mit variabler Aussaatstärke in einen zuvor bearbeiteten 25cm breiten Streifen in die Stoppeln der Vorfrucht. Während der streifenweisen Bodenbearbeitung, applizieren die Strangs gleichzeitig variabel Dünger auf Grundlage von Ertragskarten der vergangenen Jahre und Bodenuntersuchungen.

Laut Mike beginnen die Vorbereitungen für Mais bereits im Herbst mit der etwa 20cm tiefen Bodenbearbeitung und der gleichzeitigen Applikation von Kali in variabler Menge. Im folgenden Frühjahr erfolgt eine flache streifenweise Bearbeitung mit Unterfußdüngung von Stickstoff in fester und Phosphat in variabler Menge.

„Wir bringen normalerweise die Hälfte der geplanten Stickstoffmenge mit der streifenweisen Bearbeitung im Frühjahr aus, diese beträgt ca. 120 – 150 kg/ha.“ erzählt er weiter. „Danach wird der restliche Stickstoff in flüssiger Form mit der Pflanzenschutzspritze unter Verwendung eines Pflanzensensors, der die Blattfarbe misst, ausgebracht.

Währenddessen werden Soja oder weiße Bohnen in Streifen gedrillt, die im Frühjahr vorbereitet werden. Die Streifen im Frühjahr werden direkt in den Stoppeln der Maisvorfrucht angelegt, auch hier wird wieder Kali und Phosphat variabel gedüngt anhand von Boden- und Ertragskarten.

„Die normale Fruchtfolge besteht aus Weizen-Mais-Bohnen-Weizen“, resümiert Jeff. „Jedoch haben wir auch einige Flächen, die nicht für den Anbau von Winterweizen geeignet sind, hier wechseln wir nur zwischen Mais und Bohnen“.

Beide Reihenkulturen, fügt er hinzu, werden mit einer Kinze Doppelreihen-Einzelkorndrille ausgesät. Normalerweise entwickelt für die Sojaaussaat mit 37,5cm Reihenabstand, wurde das Gerät auf eine Doppelreihe mit 18cm Abstand und einen 25 cm Strip-Till Streifen modifiziert. Somit passt alles in das klassische 75cm Anbausystem

„Ohne die Genauigkeit der RTK Spurführung wäre es wohl unmöglich, eine Doppelreihe in solch engem Streifen zu drillen, unnötig hervorzuheben, dass gleichzeitig auch Dünger in den bearbeiteten Streifen platziert wird.

Sogar Keith Strang, das Familienoberhaupt, schätzt mittlerweile die Vorteile, welche die RTK Spurführung für ihre Anwendung bietet.

„Mit der automatischen Lenkung können wir tatsächlich bei Tag und Nacht arbeiten und haben zudem noch eine höhere Genauigkeit, die wir uns vor 10 - 15 Jahren nicht hätten träumen lassen. Zusätzlich ermüdet man nicht annähernd so schnell und bekommt keine Probleme mit Schulter und Rücken nach einem langen Arbeitstag, erklärt er weiter. „ Stattdessen kontrolliert man den Bildschirm intensiver und erhält dadurch ein besseres Arbeitsergebnis, egal ob bei Aussaat, Pflanzenschutz oder Ernte. Bisher dachten wir immer, wir sind gute Landwirte. Wenn man aber zurückblickt mit Hinweis auf die Technologie die wir heute nutzen, hatten wir einfach mehr Glück als uns bewusst war.

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