Der Weg zur papierlosen Baustelle

Für Topcon ist Digitalisierung der Weg, aber nicht das Ziel

Für Topcon ist Digitalisierung der Weg, aber nicht das Ziel

Bei vernetzten Maschinen, intelligenten Systemen und lernfähiger Software ist die Baubranche noch immer zögerlich. Dabei hat der Trend zur Digitalisierung nahezu alle Bereiche unseres Alltags bereits erreicht. Dass die deutsche Bauwirtschaft bei der Digitalisierung aufholen kann und muss, davon ist Olaf Droste, Regional Director DACH / Benelux bei Topcon, überzeugt. Pläne auf Papier müssen von den Baustellen verschwinden und die Arbeitsabläufe am Bau digitalisiert werden. Das Ziel heißt „kosteneffiziente Baustelle“.

In anderen Ländern haben Bauunternehmen schneller die neuen Chancen und Herausforderungen der sich wandelnden Branche erkannt und ergriffen. Hierbei ist „der digitale Zwilling“ eines der entscheidenden Schlagwörter: Planen, erstellen und dokumentieren – das alles vollständig in einem digitalen 3D-Modell noch ehe der erste Spatenstich erfolgt. Sogar Eskalationsszenarien lassen sich so durchspielen, logistische Fragen und Abläufe werden schon im Vorfeld abgeklärt. Pläne, Skizzen und Arbeitsanweisungen auf Papier sucht man dann vergebens auf der Baustelle. Die Voraussetzungen dafür sind zum einen die entsprechenden Hardware-Komponenten, zum anderen, und eigentlich noch viel wichtiger, die passenden Software-Lösungen.

Mit präzisionsorientierten Workflow-Methoden wie SmoothRide und Managementprogrammen wie Sitelink bewegt sich Topcon am Puls der digitalen Bauwelt. Doch das allein reicht nicht aus. „Entscheidend ist die Schnittstelle von Infrastruktur und Technologie”, so Droste. Um den Fortschritt nicht nur zu begleiten, sondern aktiv voranzutreiben, fokussiert Topcon individuell anpassbare Lösungen. „Die passende Hardware muss mit der richtigen Software verbunden werden und sich an die individuellen Projektansprüche anpassen lassen”, erklärt Droste. Die Technologien seien im Grunde alle schon verfügbar, sie würden aber noch nicht in vollem Umfang genutzt, so Droste weiter.

„Der Begriff Digitalisierung geistert wie ein Schreckgespenst durch die Branche, ohne dass die meisten wissen, wie die Digitalisierung im Alltag richtig funktionieren kann“, erläutert Droste. „Wir müssen uns aber bewusst machen, dass nicht die Digitalisierung das Ziel ist. Sie ist nur das Mittel, mit dem wir unser Ziel erreichen können: kosteneffiziente Lösungen, durchgängige Arbeitsabläufe und agilere Baustellen.“ Software und smarte Lösungen seien die Werkzeuge, um dies zu bewerkstelligen. Dass unzählige Papierstapel wegfallen, sei nur ein Nebeneffekt.
 



Der Weg zur papierlosen Baustelle

Topcon setzt dabei auf Eigenexpertise, Erfahrung und auf Partnerschaften. Mit dem schwäbischen Softwarehersteller RIB arbeitet das Unternehmen bereits seit über einer Dekade zusammen. So ermöglichte die Verknüpfung von RIB iTWO civil und Topcons Baustellenmanagement-System Sitelink3D das Abrufen von Soll-/Ist-Vergleichen gesamter Bauprojekte in Echtzeit. Dies schafft eine durchgängige Verbindung zwischen Baustelle und Büro – völlig ohne zusätzliche Schnittstellen. Insbesondere für Projekte im Bereich Straßen- und Tiefbau eröffnet diese Lösung eine völlig neue Arbeitsmethode.

Ausruhen will sich Topcon auf seinen bisherigen Errungenschaften aber keinesfalls. Stattdessen sind sie Ansporn, weitere Innovationen auf den Weg zu bringen. Jüngst übernahm Topcon das niederländische Unternehmen Thunderbuild. Die Logistiksoftware-Spezialisten setzen den Fokus ihrer Arbeit auf den Bereich Asphaltarbeiten und Transport von Schüttgütern.

Pavelink überwacht und steuert den Asphalteinbauprozess beginnend mit der Massendatenerfassung, der Planung, über die Asphaltmischanlage, die Logistikkette, den Einbau, die Verdichtung und Qualitätskontrolle und das alles in Echtzeit.

„Innovationsführer zu sein bedeutet nicht, dass man alles selbst umsetzen muss. Es bedeutet, Trends und Anforderungen rechtzeitig zu erkennen und auch festzustellen, aus welchen Partnerschaften sich Synergien schaffen lassen, die die Branche und damit letztendlich auch unsere Kunden maßgeblich voranbringen können”, so Droste. „Unsere Aufgabe ist es, sämtliche Lösungen so verfügbar zu machen, dass unsere Kunden sie vernetzt und vollständig nutzen können. Dann brauchen wir nicht von der großen Digitalisierung zu träumen – dann gestalten wir schon heute aktiv eine erfolgreiche, digitale Zukunft.”

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